Schlammentwässerung

Schlammentwässerung - TASSTER UA/FA

Mechanische Entwässerung von Industrie- und Kommunalklärschlämmen


TASSTER UA

Arbeitsweise

Das TASSTER UA Verfahren wurde von der Firma ALSTHOM (Werk Neyrtec) in Grenoble entwickelt. TASSTER ist ein eingetragenes Markenzeichen, welches in vielen Ländern patentiert ist. Es dient der Verbesserung der Entwässerungseigenschaften von Industrieschlämmen, Verminderung der Transportvolumen und Kostenreduzierung bei Deponien und/oder Einäscherung. Die mechanische Entwässerung von Industrie- oder Kommunalklärschlämmen primärer, chemischen-physikalischer oder biologischer Natur, gehört zum Anwendungsgebiet des TASSTER UA. Dieses Verfahren ergänzt das Programm der TASSTER M und F, die zur Eindickung und Entwässerung von Schlämmen mit überwiegend mineralischen und faserhaltigen Stoffe, bestimmt sind.

Der TASSTER M findet seine Anwendung bei mineralischen Schlämmen, wo er einen sehr hohen Eindickungsgrad aber dennoch pumpfähigen Schlamm erzeugt.

Der TASSTER F wird hingegen bei Schlämmen mit Faseranteile eingesetzt, die während des Arbeitsvorganges hoher Druckbelastung ausgesetzt sind. Die zu verarbeitenden Schlämme, die vorab durch Zugabe eines Polymers vernetzt wurden, werden in den zylindrisch-konischen Behälter der Maschine eingeleitet.

Im TASSTER UA laufen drei Vorgänge hintereinander ab:

  • Eindickung der geflockten Schlämme durch Einwirkung eines langsam rotierenden Rührwerkes (1 Umdrehung pro Minute) im zylindrisch-konischen Behälter. Das somit freigesetzte Wasser wird durch ein mit einer kontinuierlich wirkenden Abstreifvorrichtung versehenen Überlaufgittersieb verdrängt und abgeleitet. In gewissen Fällen kann an dieser Stelle lediglich eine Überrfallschikane angeordnet werden.
  • Filterung des voreingedickten Schlammes im Schneckengittersiebsystem. Das Filtratwasser quillt durch das Gittersieb heraus und wird im darunterliegenden Behälter aufgefangen und von dort in die Kläranlage zurückgeführt
  • Pressung des Schlammes durch eine Gegendruckvorrichtung. Diese kann mittels Druckluft entsprechend der Schlammeigenschaften in der Stärke eingestellt werden. Der Schlamm wird in stichfester Form extrudiert und über eine Förderschnecke der Entsorgungseinerichtung zugeführt

Qualitative Vorteile

Einfache, robuste Bauart und Hohe Zuverlässigkeit. Das TASSTER UA Verfahren benötigt keine Filtergewebe die verstopft, verformt oder zerrissen werden können. Keine leicht zerbrechlichen Teile, die den Betrieb stören können.


Betriebliche Vorteile

  • Möglichkeit eines kontinuierlichen 24-Stundenbetriebes mit automatischer Ab- und Einschaltung durch entsprechende Üerwachungsgeräte.
  • Selbständige Regelung des Trockenmaterialsdurchsatzes, unabhängig von der Eingangskonzentration
  • Bei sporadischen Einsätzen mit kurzen Unterberechungen ist keine Entleerung oder umfassende Reinigung notwendig
  • Einfache Wartung. Bedingt durch eine geringe Anzahl an beweglichen Teilen beschränkt sich der Wartungsaufwand auf ein Minimum
  • Geringe Geruchsimmissionen dank eines mehrheitlich geschlossenem Schlammkreislauf
  • Geringer Waschwasserverbrauch. Keine kontinuierliche Wasserreinigung
  • Keine Lärmentwicklung

Preisliche Vorteile

  • Niedrige Investitionskosten
  • Bescheidener Energieverbrauch (bedingt durch die geringe Anzahl an Antriebselementen und deren äusserst kleine Drehzahlen)
  • Geringe Wartungskosten (die Anzahl an Verschleissteile ist äussert klein, zudem ist ihre Lebensdauer sehr hoch dank der geringen Drehzahlen)

Lieferung/Leistung

Das TASSTER UA Verfahren ist in vier verschiedenen Standardausführungen lieferbar. Bis auf die grösste Einheit können alle Ausführungen auch als mobile Einheiten eingesetzt werden.


TASSTER FA

Mechanische Entwässerung faserhaltiger Schlämme

Das patentrechtlich geschützte TASSTER-FA System dient zur Entwässerung und Eindickung von Schlämmen die einen gewissen Anteil an Faserstoffen enthalten.

Das TASSTER FA Verfahren entwässert Schlämmen mit sehr geringen Feststoffkonzentrationen bis solche mit 55 % und mehr Anteile. Sein Konzept beruht auf das Zusammenwirken von zwei hintereinander geschalteten Aufbereitungsverfahren: die Voreindickung und die Entwässerung.
Dieses mechanischen Entwässerungsverfahren ermöglicht Einsparungen beim Transport sowie der Lagerung von Schlämmen mit genügend niedrigen Restwassergehalt und erhöht beträchtlich den Heizwert sowie die Wiederverwertung dieser Schlämme. Diese Anlage sichert die mechanische Entwässerung von Schlämmen aus verschiedenen Produktions- oder Entsorgungsverfahren.

Der TASSTER FA ermöglicht die Bearbeitung von sehr verschiedenartigen Schlämmen je nach Zusammensetzung: Fasern und Asche aus verschiedener Herkunft und Qualität, Produkte aus physio-chemischer und/oder biologischer, Behandlungen.

Der TASSTER-FA, aus der neuen TASSTER Generationsreihe ist durch Anwendung neusten technologischen Errungenschaften verbessert worden und daher noch zuverlässiger geworden.

Seine Konzeption und die Auswahlmöglichkeiten der verschiedenen Typengrössen erlauben es noch grössere Leistungsfähigkeiten zu erzielen.


Eindickung

Der zu behandelnde Schlamm, geflockt oder nicht, wird im oberen Teil des Kessels eingeführt. Durch ein langsames Rühren vollzieht sich die Eindickung. Ein Gittersieb das kontinuierlich abgestreift wird, garantiert eine optimale Überlaufwasserqualität.


Entwässerung - Verdichtung

Eine spezifische Anordnung der letzten Rührwerksschaufeln erleichtert die Zuführung des voreingedickten Schlammes in das Schneckensieb-Filtrationssystem, das an der Basis des Aggregates angeordnet ist. Das Filtrat- und das Überlaufwasser wird im allgemeinen wiederverwertet oder kann direkt der Kläranlage zurückgeführt werden. Der entwässerte Schlamm wird am Ende der Schnecke extrudiert, wo der Trockengehalt mittels einer regulierbaren pneumatischen Gegendruckvorrichtung eingestellt werden kann.


Anwendungsbereiche

Das Entwässerungsaggregat TASSTER-FA eignet sich besonders für die Entwässerung von Industrieschlämmen die einen bestimmten Faserstoffanteil enthalten, wie man sie in der Papier- und Kartonindustrie sowie bei der Herstellung von Asbest, usw. vorfindet. Ebenso für Stoffe die eine faserähnliche Textur aufweisen, wie es z.b. Senfkleie, Geflügelfedern aufweisen.


Vorteile

  • Einfache und Robuste Bauart
  • Geringe Wartungskosten
  • Mehrteilige Siebkonstruktion
  • Schneckenwelle an beiden Enden gelagert
  • Konstruktion aus verschleissarmen Werkstoffen
  • Effizienter Betrieb
  • Selbstregulierender Trockenstoffaustrag unabhängig von der Einlaufkonzentration
  • Dauerbetrieb 24/24 Überwachung ohne konstante personelle Anwesenheit
  • Energiebedarf geringer als 10 kW/h pro t/TS
  • Keine oder geringfügige Kunstbauten können erforderlich sein. Aufbau im Freien möglich
  • Keinen oder sehr geringen Waschwasserverbrauch

Optionen

  • Entwässerungsschnecke mit Wolframkarbid Überzug
  • Dampfanschluss (nur bei den Typen 525 und 1000)
  • Wahl der Werkstoffe je nach Art der Probleme
  • Automatische Reguliereinrichtungen für die verschiedenen Einstellparameter.

Die verschiedenen Versionen des TASSTER-FA Konzeptes stellen heute eine Produktpalette dar, mit Geräten, die durch ihre einfache mechanische Ausführung allen Anforderungen gerecht werden, die alle Probleme der Eindickung und Entwässerung von faserhaltigen Stoffen und schlämmen lösen können.


TFA

Dieses Modell kann schwach konzentrierten Brei (unter 2,5 % TS) verarbeiten. Der Kessel dient zur Vernetzung mit dem Flockungsmittel und der Eindickung. In diesem Fall wird das Wasser über die Überlaufkante abgeführt.


PFAE

Dieses Model wird bei voreingedickten Schlämmen eingesetzt oder bei jenen die keine Voreindickung benötigen. Der Kessel dient als Zuspeisung des Schneckensieb-Systems. Durch rühren wird die Vernetzung mit dem Flockungsmittel und die Zuspeisung des Schlammes in das Schneckensiebsystem begünstigt.